Wirtschaft in Saudi-Arabien

Saudi-Arabien gehört zur Gruppe der G20-Staaten und ist eines der reichen Länder der Welt. Seit der Entdeckung der gewaltigen Ölvorkommen in den 1930er-Jahren ist das saudische Bruttonationaleinkommen allein in den letzten vier Jahrzehnten um mehr als das 50-Fache angestiegen. Momentan erfreut Saudi-Arabien sich einer komfortablen Finanz- und Wirtschaftslage. Neben dem Erdöl befindet sich das Land im Besitz einer ganzer Menge anderer Bodenschätze wie Erdgas, Gold, Kalkstein, Gips, Marmor, Ton, Salz, Eisenerz und Phosphor. Nach den Bodenschätzen ist der Dienstleistungssektor, insbesondere der Tourismus mit alljährlich mehr als drei Millionen Pilgern, ein wichtiges Wirtschaftsgut. Der als Reformer geltende König Abdullah bin Abdulaziz baut auf Diversifizierung der Wirtschaft und plant das Land durch Wind- und Solarkraft bis 2050 von Erdöl unabhängig zu machen.

2005 trat Saudi-Arabien der WTO bei, was die internationale Öffnung des saudischen Marktes beschleunigte. So stiegen 2006 auch die Nicht-Erdölexporte um 10,8 %.

Die wichtigsten Empfängerländer saudi-arabischer Ausfuhren sind die USA, Japan, Südkorea und inzwischen auch China und Indien; die wichtigsten Einfuhrländer sind die USA, Japan, China, Deutschland und Südkorea. An dritter Stelle in der Liste der Handelspartner Saudi-Arabiens steht die Bundesrepublik Deutschland. Im Jahr 2008 führte Saudi-Arabien Waren im Wert von 5,19 Mrd. Euro aus Deutschland ein. Die Ausfuhren beliefen sich auf 1,51 Mrd. Euro. Deutsche Produkte und Dienstleistungen werden in Saudi-Arabien hochgeschätzt und deshalb in beachtlichem Umfang und mit stark steigender Tendenz eingeführt. 2012 betrug das bilaterale Handelsvolumen ca. 10 Mrd. Euro. In punkto Infrastruktur, Energie-und Wasserversorgung, Bildung und Gesundheit wird Saudi-Arabien für deutsche Unternehmen auch in Zukunft ein sehr interessanter Markt bleiben.

Saudi-Arabien bietet über die staatliche Investitionsagentur SAGIA und über die Organisation zur Ansiedlung von produzierendem Gewerbe MODON verschiedene Investitionsanreize für ausländische Firmen.

Teil der Wirtschaftsdiversifizierung sind die geplanten und teilweise schon umgesetzten Wirtschaftsstädte, wie z.B. die König-Abdullah Wirtschaftsstadt (KAEC). Diese sollen Investitionen aus dem privaten Sektor anziehen und Hunderttausende von Arbeitsplätzen schaffen.