Geschichte über Saudi-Arabien

Das Königreich Saudi-Arabien ist ein relativ junger Staat, der erst im Jahr 1932 durch König Abdulaziz  Al-Saud gegründet wurde. Nachdem seine Familie in Stammeskämpfen 1891 unterlag, mussten sie Riad verlassen und ins Exil ziehen. Doch nach elf Jahren versammelte der junge Prinz Abdulaziz bin Abdulrahman Al-Saud 40 bis 60 Männer um die Hauptstadt seiner Vorfahren zu befreien. Danach begann Abdulaziz mit der Wiedervereinigung der zerstrittenen Stämme und benötigte etwa 32 Jahre, um das Land in den heutigen Grenzen zu vereinen. Am 23. September 1932 rief er den neuen Einheitsstaat Saudi-Arabien aus und erklärte sich zum König. Daher rührt auch das Datum des saudischen Nationalfeiertags.

Koenig Abdulaziz ibn Al-Saud zählt zu den Führungspersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts angesichts der Leistungen, die er vollbracht hat und der großen Herausforderungen, die er überwinden konnte. Obwohl nunmehr über 50 Jahre nach seinem Tode vergangen sind, spürt man in Saudi-Arabien weiterhin seine Präsenz und seinen Einfluss im politischen und im Privatleben. Er legte die Fundamente für Verwaltung und Regierung (Bürgerräte, beratene Versammlung und Ministerien).

Mit dem Beginn der Erdölförderung 1938 stieg das Budget, womit eine Verbesserung der Lebensbedingungen erzielt wurde. 1945 war Saudi-Arabien eines der Gründungsmitglieder der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga. In den 1960er und 1970er Jahren kam es immer wieder zu Grenzkonflikten mit dem Südjemen, die 1976 mit einem Friedensvertrag beigelegt werden konnten. Eine endgültige Festlegung der Grenze erfolgte erst 2000.

Während des ersten Golfkrieges (1980-1988) unterstützte Saudi-Arabien den Irak gegen den Iran. Zu jener Zeit erfolgte unter dem König Fahad bin Abdulaziz Al-Saud eine Annäherung an die USA. Damit verbunden war der Aufbau einer vom Erdöl unabhängigen Industrie sowie großen Investitionen in die Infrastruktur, Straßen und Flughäfen sowie die Festigung der Beziehung zu den Nachbarstaaten durch Grenzabkommen. Diese Beziehungen verhärteten sich während des zweiten Golfkrieges (1990-1991) als Saudi-Arabien Bündnisse mit Amerika und anderen westlichen Staaten einging, um die Iraker aus Kuwait zu vertreiben. Saudi-Arabien trug dafür fast 40 Prozent der Kriegskosten.

Der derzeitige König Abdullah bin Abdulaziz übernahm das Amt am 1. August 2005 und gilt als großer Reformer. Er erfreut sich großer Beliebtheit im saudischen Volk. Seine wichtigsten Projekte und Reformen waren u.a. die Gründung mehrerer Universitäten und einiger Wirtschaftsstätten. Er misst der Diversifikation der Wirtschaft große Bedeutung bei und entfaltete in der letzten Zeit große politische Aktivitäten in Form von Besuchen im Ausland und Empfang von hohen politischen Gästen in Saudi-Arabien.